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Visuelles Selbstporträt

Die ungarische Künstlerin Petra Péterffy hat ein etwas anderes Interview mit mb! geführt und fünf Fragen in fünf Bildern beantwortet.

Petra Péterffy ist Collagendesignerin und kommt ursprünglich aus Budapest. Mittlerweile lebt und arbeitet sie in Berlin und fängt gerade richtig an, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Sie ist voller Tatendrang und mit einer riesigen Wunschliste für ihr Leben und ihr künstlerisches Schaffen ausgestattet. Was sie inspiriert, hält sie entweder in einem kleinen Notizbuch fest oder mit einer ihrer antiken Kameras. Voller Leidenschaft setzt sie Dinge in einen anderen Kontext, lässt Bilder für sich sprechen und stellt Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln dar. Der Entstehungsprozess ihrer Werke ist langwierig, ihre Collagen genauso komplex, wie ihre Interessen und Ziele.

Mit welcher Stimmung wachst du in der Regel morgens auf?
In diesem Bild stelle ich die verschwommene Grenze zwischen Schlaf und Wachsein dar. Ich habe am Morgen ein Foto von meinem Gesicht aus einem ungewöhnlichen Winkel gemacht; eine Perspektive, aus der man sich selbst normalerweise nicht sieht und auch kein anderer einen oft derart wahrnimmt. Was die Farben und Formen angeht, habe ich Pflanzen in unserer Wohnung, sowie Bäume auf der Straße fotografiert. Ich wollte Elemente verwenden, die mich morgens umgeben.

Was war der verrückteste Traum, den du je hattest?
Eine typische, immer wiederkehrende Szene ist, dass ich kleine, hilflose Objekte beschützen muss – Tiere, Kinder, Babys, manchmal schrumpfen sie so klein oder verwandeln sich in einen kleinen Käfer, so dass ich sie verliere. An anderer Stelle werde ich von wilden Tieren bedroht, aber nie wirklich angegriffen.

Ich habe gerade kürzlich durch einige Notizen vergangener Träume geblättert und einen sehr schönen Traum gefunden, in dem ich versuche, ein sterbendes weißes Pferd zu retten. Es versank in schwarzem Wasser, es war schwer und es wurde immer schwerer, es zu halten. Ich habe diesen Traum mit einem anderen kombiniert, in dem drei Tiger in mein Haus gelangten und einfach hin und her liefen, während ich mich auf einem Schrank versteckt habe.

Was bedeutet Heimat für dich?
In dem Bild stelle ich ein nostalgisches Gefühl dar; Erinnerungen an meine Kindertage. Der schwarz/weiße Hintergrund steht für diese Vergangenheit. Die bunten Bälle sind nicht nur die Spielzeuge des Protagonisten sondern auch eine Art soziale Galaxie, die uns als Kind umgibt.

Was würdest du an dir selbst gerne verändern?
In dem Bild ist nichts wirklich organisiert – Alles schwebt.
Es geht um zu viele Gedanken, aber auch Ideen, die in meinem Kopf umherschwingen und wachsen – wie die Pflanze, die in dem Bild aus dem Kopf wächst.

Wenn du in einem Film mitspielen könntest, welche Rolle würdest du übernehmen?
In dieser Szene kann man nur erahnen, was als nächstes geschieht – wahrscheinlich wird die Protagonistin einen Schritt machen. Entweder sie fällt dann in das Loch auf der Straße oder steigt den Abgrund hinunter. Es ist dieses Geheimnisvolle, was die Szene ausmacht. Es wirkt taghell, aber dennoch ist da dieser mysteriöse Schein. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch Tiere in den Büschen.

All images © Petra Péterffy | Via: mb! by Mercedes-Benz

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