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Nils Völker

Nils Völker ist Künstler und Kommunikationsdesigner in Berlin. Hört man sich an, was er so macht fällt es nicht gerade leicht ihn einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. Da fallen Begriffe wie Physical computing, Robotik, Medienkunst, New media Art, Maschine Artist. Ein Wirrwarr an Worten, die alle beschreiben womit Völker sich täglich beschäftigt. Alles begann mit einem Designstudium, heute ist er Künstler. Manchmal fällt es ihm schwer sich als solchen zu bezeichnen, denn wenn er heute jemandem erzählt, dass er ‘Künstler’ ist, stellt dieser sich vor, er stehe vor einer Leinwand und male eine Landschaft; und dieses Bild passt nun wirklich nicht zu ihm. Wenn man ihn selbst fragt, würde er seine Kategorisierung am liebsten offen und seine Werke für sich sprechen lassen.

In seiner Atelierwohnung in Friedrichshain findet sich Elektrozubehör, Kabel und Leuchtstoffröhren, Zangen und Schrauben alles Dinge mit denen er zur Zeit experimentiert, um wieder an der nächsten riesigen Installation zu basteln. Dabei arbeitet er oft nach dem Trial and Error Prinzip: Kabel zusammenstecken und schauen was passiert. Über die Zeit hinweg entwickelte der Autodidakt eine Expertise, die ihn bald zu Ausstellungen in die ganze Welt führte.
Neben seinem Grafikdesignstudium, begann er mit Robotern zu experimentieren und wurde schließlich von einer holländischen Künstlerin eingeladen, eine Maschine zu bauen, der es möglich ist Pupillenbewegungen der Besucher einzufangen und zu visualisieren. Woher er seine Inspiration für neue Projekte nimmt, fällt ihm schwer zu sagen. Seine Herangehensweise bezeichnet er als pragmatisch und wenig konzeptionell. Aus technischen Problemen entwickelt sich wie automatisch eine Idee oder er findet ein faszinierendes Objekt, am liebsten Alltagsobjekte, die er dann umdeutet, zu riesigen Installationen aufbläst und in einen neuen Kontext stellt. Genau das tat er bei seinen großflächigen Installationen aus Plastik, Licht und Luft und orientierte sich damit weg vom klassischen Maschinenbau. Seine Installation
‘One Hundred and Eight’ aus gewöhnlichen Plastiksäcken entwickelte sich zu einem großen Erfolg und wurde in Mannheim, Istanbul und den Haag ausgestellt. Jede seiner Installationen hat ihr eigenes Charakteristikum und ihre Schönheit und es kommt einem nicht selten so vor, als würden diese beginnen zu atmen, sich zu bewegen und scheinbar zum Leben zu erwachen. Trotz der ganzen kalten Technik, die im Hintergrund waltet wirken seine Arbeiten sehr organisch und dynamisch. Durch die gigantische Multiplizierung von Einzelstücken, entwickeln sie im Zusammenspiel der Installationen in ihrer Summe eine Art gleichgeschaltete Bewegung, die berauschend und fast meditativ wirken. Und genau darüber freut er sich besonders: Die Wirkungen auf und Interpretationen der Besucher, die immer wieder neue Details in seinen Arbeiten entdecken und ihm eine neue Sicht auf sein Werk eröffnen.

Text: Anke Nunheim | Pictures: Caroline Kurze

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