Neta Dror ist eine junge Fotografin aus Jerusalem, Israel. Ihre Fotografien beschäftigen sich mit der Jugend und Lebendigkeit. Sie ist fasziniert von gerade diesen Themen, weil sie so vergänglich sind und von der Zeit dahingerafft werden und versucht sie mit ihren Fotos einzufangen. Die meisten Menschen, die Neta Dror fotografiert, sind Fremde, die sie in den Straßen der Stadt trifft und einfach fragt, ob sie sie fotografieren darf, wenn sie irgendwie ihr Interesse geweckt haben. Dabei ist sie immer wieder überrascht, wie offen die meisten Menschen sind und wie sie, ohne dass Neta danach fragt eine gewisse Verbindung mit der Kamera herstellen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.


















Jul 27, 2012 · 12:55
Da sieht man wie gut man als Israeli jegliche politische Stellungnahme in seinen Fotografien ausschließen kann. Worüber nicht gesprochen wird, das wird auch nicht abgebildet.
Jul 27, 2012 · 14:30
@Lukas
Vielleicht doch eher "Was nicht abgebildet wird, darüber wird nicht gesprochen"? Welche politische Stellungnahme wäre Ihnen denn genehm gewesen?
Jul 27, 2012 · 15:35
Mir gehts hier nicht um irgend eine politische Stellungnahme. Sondern ums zwanghaft unpolitisch sein, das meiner Meinung nach an Scheuklappen erinnert. Wenn man in Israel unterwegs ist stößt man automatisch auf die Spuren einer Besatzungsmacht. Ob das jetzt Checkpoints sind, illegale Siedlungen, schwer bewaffnete Soldaten, Raketenstellungen die Richtung Ägypten zeigen oder was auch immer.
Jul 27, 2012 · 16:06
Auch "gestalterische Scheuklappen" können ein künstlerisches Ausdrucksmittel sein. Um mal am Thema Kunst zu bleiben.
Jul 28, 2012 · 12:37
Hmm. Kann beide Meinungen verstehen, aber schliesse mich Bob an : Nur weil die politischen und gesellschaftlichen Umstände eines Landes den (allgemeinen) Fokus natürlich auf ebendiese lenken, sollte man in jeglicher Kunst doch die Freiheit besitzen dürfen, seinen eigenen Schwerpunkt zu legen und seine (wenn auch künstlerisch/träumerische Sicht) der Dinge darzulegen.
Vllt. legt der Fotograf auch genau wegen diesen Umständen Wert darauf die DENNOCH vorhandenen schönen Dinge abzubilden, die er in seiner Umgebung wahrnimmt, und die vor lauter politischem Chaos normalerweise untergehen.
Naja, Just my 2 Cents.
Jul 30, 2012 · 13:42
@Alex
Danke!
Es kann eine wichtige Aufgabe für Künstler sein die Stimme zu erheben, wenn alle schweigen. So wie Ai Weiwei in China oder Pussy Riot in Russland. In Israel gibt es aber keine zu diesen Ländern vergleichbare Zensur und die Situation in Israel wird in und ausserhalb rege diskutiert. Ein Künstler der in diesen Kanon der Israel-Kritik einstimmt, würde sich eher auf sprichwörtliches Glatteis begeben, da es schwer ist einen derart komplexen Konflikt in künstlerischer Sprache zu verdichten. Bestes Beispiel ist Günther Grass.
Ausserdem finden sich auch auf den Bildern jede Menge Gitter, Bulldozer, Narben und Zerrissenheit. Ein Mensch findet sich in einer Pfütze wieder, ein anderer wird ganz jung schon "in die Form gepresst". Ich denke das ist gut erkannt und beobachtet.
Jul 30, 2012 · 14:30
Hi everyone. Thank you for taking interest in my work. I used google translation to understand what you wrote (=P) so I didn't understand everything, but I think i've managed to understand most of it.
As an Israeli artist I get asked about politics all the time. I feel it's harder to create work here that is related to the political reality without using the political clichés and symbols. It's a challenge i am happy to take. When i say "the political reality" i am referring to my everyday life that is composed of many different parts, not just what you see on television.
My work might seem like an attempt to escape the so called "Israeli-Palestinian conflict", but in fact it's something else. It jumps, like i do in my personal life, from total chaos to calmness. For me, that is the meaning of leaving in Israel. Not repetitive images that the media feeds you, but my personal fight of finding some calmness inside the madness. and that's why, when I succeed, there are hints of chaos inside the supposedly idealism you see above. Hope i've managed to explain.
Thank you again. I appreciate the conversation.
Neta