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Nike Schröder

Ich treffe Nike Schröder an einem Nachmittag vor einem Café in Kreuzberg, wo sie bereits auf mich wartet. Nike ist von Beruf freie Künstlerin. Das wollte sie auch schon werden seit sie mit drei Jahren den heimischen Teppichboden mit Penatencreme verschönerte. Heute arbeitet sie mit Stickereien und hat dabei ihre ganz eigene Art entwickelt mit Nadel und Faden umzugehen. Angezogen von Materialien, von Stofflichkeit und der Arbeit mit Textilien begann sie sich intensiver mit diesen Themen auseinander zu setzen und veränderte nach und nach den Kontext hin zur künstlerischen Gestaltung.

Nike Schröders Stickereien zeigen menschliche Gesichter, Gestalten und Figuren. Faden auf Leinwand, gelegentlich gemischt mit Farbe, lässt eine Symbiose aus Stofflichkeit und Struktur entstehen. Ein Zusammenwirken von Material und persönlicher Assoziation, die der Betrachter mitbringt und ihren Figuren Leben einhaucht. Vielleicht scheinen mich auch deshalb die Menschen von ihren Werken aus anzuschauen als sie mich spontan in ihr Atelier mitnimmt. Viele ihrer Freunde hat sie hier kennengelernt. Im Sommer steht die Türe immer offen und so wurde ihr Atelier zum Treffpunkt für alte und neue Freunde mit denen sie auch gerne in ihrer gemütlichen Küche auf ein Bier zusammensitzt.

Inspiration zieht Nike aus dem alltägliche Leben oder den ‘Unmomenten des Lebens’ wie sie es beschreibt. Viele ihrer Freunde sind Fotografen und liefern ihr Material, das die Welt in der sie sich bewegt widerspiegelt und für Nike zur Grundlage ihrer Arbeit wird. Nike zeigt mir wo sie lebt und arbeitet und erklärt mir ihr neustes Projekt an dem sie gerade arbeitet, eine Art Landkarte auf Papier, die sie mit Nadel und Faden bearbeitet. Sie bewegt ihre Arbeitsinstrumente mit einer für mich faszinierenden Selbstverständlichkeit und gefühlvollen Präzision über die Unterlage, die für mich keinen Plan ersichtlich werden lässt. Ihren Lebensmittelpunkt hat Nike inzwischen auf zwei Kontinente verlagert und pendelt zwischen Berlin und LA. Langfristig plant sie jedoch ihre Zelte in Berlin ganz abzubrechen und sich in LA niederzulassen.

Text & pictures by Caroline Kurze

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