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Stockholm, eine Stadt am Wasser

Als Kind machte ich mit Pelle und dem Hund Bootsmann Ferien auf Saltkrokan, rannte mit Michel in den Schuppen und segelte mit Pippi nach Takatukaland. Meine Mutter war immer besorgt, dass ich nach Maditas Vorbild mit einem Regenschirm vom Dach springen würde und ich konnte die Verfilmung der Brüder Löwenherz nur bis zu der Stelle anschauen, an der Bösewicht Tengil auf der Bildfläche erscheint. Astrid Lindgren hat mir einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen verschafft und jetzt hatte ich die Gelegenheit ihre Heimat zu besuchen.
Ich reise für iGNANTravel nach Stockholm. Neben diesem Reisebericht werden wir euch in den kommenden Wochen einige ausgewählte Locations aus Stockholm präsentieren. Die Kategorie iGNANTravel soll euch in Zukunft an Orte auf der ganzen Welt führen, die außerhalb der standardisierten Touristenroute liegen.

Stockholm bildet, eingerahmt von Wäldern, Wasser, den Schären, von Natur, Natur und noch mehr Natur die Hauptstadt Schwedens und ist das Ziel meiner Reise. Im hohen Norden angekommen scheint mir das Licht irgendwie intensiver und die Luft frischer, der Himmel blauer und das Gras grüner. Vielleicht wirkt der Druck aus dem Flugzeug noch auf mein Hirn aber der Eindruck soll in den nächsten Tagen anhalten. Als ich mich dem Innenstadtkern nähere fällt mir auf, dass die meisten Menschen, die mir auf den Straßen begegnen verdammt gut aussehen. Mir ist in dem Zusammenhang mal das Gerücht zu Ohren gekommen, dass die Wikinger damals ab und an einen Ausflug nach Irland unternommen haben um dort die schönsten Frauen einzupacken und daher in Skandinavien alle so schön sind und in Irland…na ja, egal.

Allerdings habe ich bisher auch auf keine Straßen so viele Designer-Sonnenbrillen, Anzüge, High-Heels, dicke Uhren, schicke Taschen und Champagnerflaschen auf den Tischen gesehen. Die Stimmung ist Cote D´Ázur-like, sogar Seven Eleven sieht irgendwie exklusiv aus. An den backsteinernen Hauswänden machen Fahnen auf Designerläden aufmerksam und am Wasser tummeln sich schicke Boote. Ich werde herausfinden, dass das mit der exklusiven Lage des Stadtteils ‘Östermalm’ zu tun hat in dem ich mich befinde. Am gegenüberliegenden Festland, auf ‘Södermalm’ liegen die Arbeiterwohnungen und dort wohnen viele Studenten, es gibt kleine Cafés und einige tolle Second Hand Geschäfte. Genau dazwischen liegt die ‘Gamla Stan’, die Altstadt. Hier bewegt man sich durch verwinkelte Gassen, findet viele Souvenirshops, alte Gebäude und das königliche Schloss.
Die Schweden sind glücklich, das wird von diversen Umfragen regelmäßig bestätigt. Tatsächlich sind die Menschen wahnsinnig freundlich und offen. Ich werde immer mit einem Lächeln begrüßt und auf Englisch zu kommunizieren ist selbstverständlich. Es gibt bestimmt viele Gründe dafür, dass es den Schweden so gut geht. Ob es Ursache oder Wirkung ist kann ich nicht sagen aber die Menschen in Stockholm scheinen vielen anderen eines voraus zu haben und das ist Leidenschaft. Egal ob es der Kellner im Café ist, der Geigenbauer, den ich in seiner Werkstatt treffe oder der Verkäufer im Klamottenladen, alle gehen ihrer Tätigkeit mit großem Interesse und Begeisterung nach. Vielleicht findet man auch deshalb viele kleinere Handwerks- und andere Geschäfte, die sich trotz Vorhandenseins der großen Ketten hier dauerhaft halten. Diese Leidenschaft zu sehen und zu spüren, die reiche Natur und das wunderschöne Stadtbild machen mir Stockholm und seine Bewohner sympathisch. Die Stadt ist modern und traditionsbewusst zugleich, scheint abseits der Welt zu liegen und gilt trotzdem in so vielen Bereichen als Vorreiter. Die Menschen fühlen sich mit ihrem Land stark verbunden und sind gleichzeitig offen und neugierig auf Neues. Ich möchte wiederkommen in das Land der roten Häuschen, dem zu Hause meiner Kindheitshelden, in die Stadt am Wasser, nach Stockholm.

Text & pictures by Caroline Kurze

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