EN DE

rAndom

Das Kollektiv rAndom kreiert Kunstwerke und Installationen, die menschliches Verhalten und Interaktion erkunden. Oft kombinieren sie dazu Licht und Bewegung. Das 2005 gegründete Team, bestehend aus Stuart Wood, Florian Ortkrass und Hannes Koch, nutzt Fragmente künstlicher Intelligenz, um Wechselwirkungen zwischen animierter und realer Welt zu erzielen. Das Studio befindet sich in einer alten Lagerhalle in Chelsea und setzt sich zunehmend aus neuen Talenten aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen.

rAndom create artworks and installations that explore behaviour and interaction, often using light and movement. Founded in 2005 by Stuart Wood, Florian Ortkrass and Hannes Koch, the studio utilises raw fragments of artificial intelligence to encourage relationships between the converging worlds of animate and inanimate. The studio is based in a converted warehouse in Chelsea, London and today includes a growing team of diverse talent.

Ich hatte während dem rAndom Event 'Futur Self' am Samstag die Möglichkeit mit Gründern Hannes Koch und Florian Ortkrass zu sprechen.

Was habt ihr mit der Gründung von rAndom 2005 beabsichtigt?
Hannes Koch: Nach unserem Studium gründeten wir das Kollektiv als Plattform um unsere Arbeiten zu veröffentlichen, eine Website zusammen zu haben, dafür braucht man dann einen Namen und so weiter. Wir wollten uns außerdem gerne die Möglichkeit schaffen langfristig kreativ zusammen zu arbeiten, so wie wir es jetzt auch machen.

Was habt ihr studiert?
Hannes: Zuerst Produkt Design, dann etwas weiter gefasst Design am 'Royal College of Art', da herrschte eine eher pluralistische Auffassung von Gestaltung und hatte eher weniger mit dem klassischen Design zu tun. Stuart hat Interaction studiert, was dann auch eher die Beziehung zwischen Menschen und Objekten behandelt. Während des Studiums haben wir uns dann mit einer Anzahl von Graduationsprojekten verselbständigt und sind auf dieser Welle die erste ein, zwei Jahre geschwommen. Wobei diese Projekte eher aus Objekten bestanden, die zwar designt waren aber eher als Werkzeuge dienten, um Performances zu machen. Über die Jahre hat sich das dann zu Installationen entwickelt, die auch ohne unser Zutun funktionieren können. Geblieben ist die interaktive Komponente.

Was würdet ihr machen, wenn ihr nicht rAndom machen würdet?
Hannes: Ich weiß nicht, ich kann mir nichts anderes vorstellen. Obwohl... Ich glaube Anthropologie, das wäre so mein Ding. Verhaltensforschung finde ich super interessant, das hat auch viel mit unserer Arbeit zu tun. Zu erforschen, wie die Menschen so sind, zu beobachten, zu experimentieren.

Florian: Ich weiß noch, wir sind in der Schule so 6. Klasse alle in ein Bus verfrachtet worden und zum nächsten Arbeitsamt gefahren. Dort gab es einen der ersten Computer, der einem Fragen vorlegte, um rauszufinden, was man denn werden sollte. Da kam raus Designer oder Tankwart. Meine Eltern hofften zwar ich würde das mit dem Designer vergessen, hab ich aber nicht.

Verläuft euer Leben so wie ihr euchs vorgestellt habt?
Hannes: No! Ganz klar nicht. Ich bin gerade Vater geworden und hatte davon eigentlich keine große Vorstellung. Jetzt hab ich eine! Bestimmte Dinge, die wir beruflich machen hätte ich mir so nie erträumen können. Das wir so arbeiten, wie wir arbeiten hätte ich nie zu hoffen gewagt.

Was hofft ihr wird noch passieren?
Florian: Wir haben seit nun fast drei Jahren ein großes Projekt am laufen. Das ist so das Nächste Projekt, das bei uns ansteht.

Hannes: Wir arbeiten da mit einem ganz anderen Medium, mit Wasser. Weg von Licht. Eine riesen Arbeit, die unheimlich aufwändig ist und richtig cool. Da setzen wir große Hoffnungen rein, dass es wirklich so gut wird, wie wir es uns vorstellen und für uns als Studie auch das macht, was es machen soll. Für ein halbes Jahr wird das Werk in einem riesigen Raum zu sehen sein. Das ist schon kein Objekt mehr, das ist ein ganzer Space.

Gibt es für euch ein Limit?
Hannes: Nö. Zu groß oder zu teuer, bzw. zu aufwändig gibt es nicht. Ich habe da keinerlei Berührungsängste. Ich bin da eher 'the bigger the better' eingestellt. Landart zum Beispiel finde ich auch wahnsinnig attraktiv. Es gibt so viele beschissene Ideen, die die ganze Welt verstopfen, da kann eine gute Idee kaum groß genug sein.

Auf was seid ihr stolz?
Florian: Darauf, dass wir so arbeiten können, wie wir arbeiten. Außerdem auf die Atmosphäre im Studio. Wir haben ein Team von zehn Leuten und wir sind sozusagen die 'Bosse'. Die Zusammenarbeit macht einfach Spaß. Wir teilen die selbe Arbeitsauffassung und sind stolz, dass das gut funktioniert.

Hannes: Ich finds cool, dass wir so eine große Öffentlichkeit erreichen. Dass es Leute gibt, die sich das gerne anschauen.

Habt ihr Angst, dass es ein Projekt gibt bei dem keiner kommt?
Hannes: Ja! Immer.

Florian: Wir haben auch Angst vor technischen Problemen. Da sitzen wir manchmal schon recht angespannt da, wenn ein Projekt zum ersten mal vor Publikum funktionieren muss. Wenn hunderte von Leute erwartungsvoll die Show verfolgen und wir genau den Ablauf im Kopf haben, steht uns der Schweiß auf der Stirn sobald etwas um Sekunden verzögert scheint.

Hannes: Was uns allerdings total Spaß bringt ist die Zusammenarbeit jetzt mit Wayne zum Beispiel. Für uns ist das alles total magisch, was er und seine Tänzer machen, für ihn ist das was wir machen völlig magisch. Das schafft so eine coole Atmosphäre. Auch in Interaktion mit dem Publikum. Es ergibt sich eine sehr positive Auseinandersetzung, wenn fachfremde Disziplinen zusammen arbeiten.

Comments