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The Land of Giants

Einen Starkstrommast ästhetisch in die Landschaft zu integrieren ist wirklich nicht einfach, noch dazu, wenn es sich um eine vollkommen unbebaute Gegend handelt. Aber zum Glück beweist es sich immer wieder: Architekten können Visionäre sein. Als die isländische Stromfirma Landsnet 2008 einen Wettbewerb für das Design ihrer Starkstrommasten ausschrieb, meldete sich das Architektur- und Designbüro Choi + Shine mit einem Vorschlag zurück, der den Spagat zwischen monumentaler Größe und ästhetischer Feinheit schafft.

Die Pylon-Figures sind vom Grundaufbau her gleich, erst im Torso entscheidet sich: Mann und Frau. Ein gut durchdachtes Prinzip ermöglicht eine flexible Anordnung der Stahlglieder entlang der x- und y-Achse und es ergibt sich eine Vielzahl von möglichen Bewegungsvariationen und Gesten. Die Giganten können, einzeln oder als Paar aufgestellt, eine Kommunikation untereinander suggerieren. Je nach Anordnung der Beingelenke den forschen Schritt nach vorne antreten oder sogar, unter dem schweren Gewicht der Stromleitungen, auf die Knie gehen. Land of Giants ist ein phantasievolles, nützliches und umsetzungswürdiges Projekt. Doch obwohl Choi + Shine mit ihren zarten Riesen weltweit schon renommierte Preise abgesahnt haben, kam es bisher aufgrund von finanziellen Gründen auf isländischer Seite nicht zur Realisierung. Leider, denn wenn sich schon Strommasten durch die Landschaft ziehen müssen, dann doch bitte diese.

All images © Choi + Shine

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