Dovecote Studio

In den 40er Jahren inspirierte die Mischung aus weiter Himmelslandschaft und dunkler See den britischen Komponisten Benjamin Britten dazu, eine ehemalige Brauereianlage an der englischen Suffolk Küste in einen Musikcampus umzubauen. Das nach und nach renovierte Snape Maltings ist mittlerweile eine international anerkannte Gemeinschaft zur Förderung junger Künstler und Musiker. Es weist nach wie vor einige vom Verfall geprägte Gebäude auf, von denen die meisten allerdings unter Denkmalschutz stehen.

In diesem Sinne bedeutete die Renovierung des Dovecote Studios, von dem nur noch ein ruinöses Backsteinfundament vorhanden war, eine besondere Herausforderung für die Architekten von Haworth Tompkins. Obwohl vom Grundriss her eher bescheiden, bildet das ehemalige Taubenhaus ein entscheidendes Bindeglied zwischen der renommierten Musikszene in Snape Maltings und dem Zweig der bildenden Künstler. In einer klugen Symbiose aus alt und neu vereint das Dovecote Studio den unverwechselbaren Backsteincharakter der alten Brauereigebäude aus dem viktorianischen Industriezeitalter mit zeitgenössischer Architektur, die sich in der bewusst gewählten Patina des modernen Materials perfekt an die Überreste der Ruine anpasst.

Der neue Gebäudeteil aus rostfarbenem Kortenstahl wurde in einem Stück in die Überreste des ehemaligen Hauses eingesetzt; ein Erfolg der einem perfekt ausgeklügeltem Design und präziser Handwerkskunst zu verdanken ist. Mit seinen großen Fenstern und einer durchdachten Isolierung für Klangentfaltung ist das Dovecote Studio mittlerweile beliebter Rückzugsort für Musiker und Künstler geworden und greift mit einer feinen Balance zwischen rustikalem und ästhetischem genau jenen Landschaftscharakter der Suffolk Küste auf, der Benjamin Britten damals zur Gründung der Anlage veranlasste.

All images © Haworth Tompkins

4 Comments

  1. SD
    Apr 04, 2012 · 13:33

    Ich schlecht. Von außen der absolute Hammer, auch der Aufbau - in einem Stück mit dem Kran gesetzt - ist sehr interessant. Von dem Innraum hätte ich mehr erwartet. Er ist nicht schlicht sondern ehr etwas nüchtern, warum steht die Heizung so weit in den Hauptraum und endet nicht bündig, das selbe mit der inneren Stufe oder Podest, die Innenkonstruktion wirkt so dünn im Gegensatz zu den inneren Kuben, das passt nicht...
    Leider gibt es wieder keinen Grundriss. Das wäre sehr hilfreich und um einiges interessanter!!

    Warum ist die eine Deckenunterseite in einem gleichmäßigem Raster mit 30mm gebohrt ??

    Im Großen und Ganzen aber ein sehr interessantes Projekt !

  2. Mark
    Apr 04, 2012 · 19:14

    und er große Baum direkt neben dem Haus ist auf der Strecke geblieben...

  3. r f
    Apr 04, 2012 · 20:14

    acoustics - the holes probably reduce echo affect in the studio...

  4. SD
    Apr 05, 2012 · 17:15

    @ r f oh that is possible thx ;)
    @ Mark, dass ist mir gar nicht aufgefallen... So was geht ja mal gar nicht so ein Prachtstück ist ja schon Architektur an sich !! Und das Grün des Baumes würde zusätzlich dem rot / braunen Stahl einen ordentlichen Schub geben in der Farbenwirkung.

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