Josh Poehlein studiert aktuell am Columbia College Chicago. Die Reihe ‘Dark Cities’ ist Teil eines umfassenderen Projektes unter dem Arbeitstitel ‘Stay Calm’, das sich thematisch auf die Darstellung fiktiver Katastrophenszenarien konzentriert und mit welchem er sich auf seinen Abschluss im kommenden Jahr vorbereitet.
‘Dark Cities’ schmeichelt auf den ersten Blick unsere stereotype Vorstellung einer amerikanischen Großstadt bei Nacht. Wolkenkratzer verschiedener Größen und Dekaden reihen sich aneinander und weisen als ruhige Protagonisten auf eine sternerfüllte Nacht. Insbesondere die Komposition des Lichts verrät, was die Substanz der Gebäude noch zu verbergen schaffen. Kein blinkendes Neonschild, keine Autoscheinwerfer und kein Fenster, das Licht in die Straßenschluchten wirft: Das Leben, das die Stadt einst erfüllt hat, ist augenscheinlich erloschen. Eine verbliebene Hülle, die Fragen nach ihrer Vergangenheit aufwirft. Die Bilder konservieren einen Zustand, dessen Auslöser offen bleibt. Sie entziehen sich bewusst dem raschen Tempo einer Medienrealität, die in ihrer Bilderflut das Schock-Moment der Katastrophe ausstellt, um Konsumenten zu befriedigen. In der Hervorhebung des Mysteriösen, das die ‘Dark Cities’ umgibt, möchte Josh Poehlein einen besonderen Widerspruch betonen: Wir werden von Katastrophen ebenso angezogen, wie wir sie abstoßen wollen und bestimmen mit dieser konstanten Aufmerksamkeit die Peaks der Schlagzeilen.






All images © Josh Poehlein






