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Eiterquellen

Stefan Fürtbauer dokumentiert Würstelstände in Wien. In den oft inselhaft anmutenden, sehr modern wirkenden Imbissbuden steckt mehr als das gute alte Wiener Würstel. Etabliert um 1870, um Kriegsinvaliden eine Arbeitsstätte zu bieten mauserte sich der Imbissstand zum essentiellen Bestandteil urbaner Kultur. Nicht nur um Speisen anzubieten sondern auch als Treffpunkt quer durch alle Klassen.

So ist im Zuge des rauen Wiener Dialekts, der an den Buden zelebriert wird auch der Titel der Arbeit entstanden. Den Käsewürstchen verpassten die Wiener das etwas fragwürdige Synonym 'Eitrige', was mit dem Hervorquellen der Käsefüllung auf dem Grill zusammenhängt. Die 'Eitrige' wird dann am 'Buckel' (Semmel) mit 'G´spiebenem' (Senf) serviert. Die Imbissbude wird so zur Eiterquelle.

All images © Stefan Fürtbauer | Via: i-ref

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