Claudio Ethos

Wie Wesen aus einer anderen Welt strecken sich Claudio Ethos Figuren über Wände, kauern in Torbogen, werden vom Wind mitgerissen oder schauen nachdenklich mit großen Augen von den Mauern. Mit 15 Jahren stieg der Brasilianer in die Graffiti Szene in São Paulo ein und entwickelte schnell seinen unnachahmlichen, von Kugelschreiberzeichnungen inspirierten Stil.

Seine Graffitis sind überdimensionale Zeichnungen voller aufwendiger Details, die durch transparente Struktur und klug gesetzten Schattierungen an Intensität und Qualität gewinnen und an altmeisterliche Freskoarbeiten erinnern. Stil und Inhalt korrespondieren perfekt miteinander. Seine Arbeiten scheinen so viel weicher als viele der üblichen, plakativen Wandmalereien aus den Farbdosen und seine Figuren wirken durch überlange Arme und Beine oft verletzlich und verloren. Im Großstadtrubel sind seine Bilder wie Ruhepole, für deren Betrachtung man sich kurz Zeit nehmen möchte, um den surrealen Wesen in ihrer Einsamkeit Gesellschaft zu leisten. Momentan zu bestaunen ist sein neuestes Werk in Köln, beim Urban Arts Festival Cityleaks auf der Hauswand in der Vogelsanger Straße 28-32.

3 Kommentare

  1. jerry king musser
    12. Sep 2011 · 13:46 Uhr

    refreshing!

  2. f:de
    12. Sep 2011 · 13:48 Uhr

    Großartig!

  3. Weltenbummler*in
    14. Sep 2011 · 15:29 Uhr

    Erinnern mich an die Werke des griechischen Street-Art Künstlers Alexandros Vasmoulakis.

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