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Miguel Candela

Der spanische Fotograf Miguel Candela ist mit seiner Kamera um die ganze Welt gereist und zeigt in seinem Portfolio eine ergreifende Realität, von der einige Bürger der westlichen Zivilisation nicht einmal ahnen, dass es sie gibt. Ihm geht es um die Farben und Reaktionen der Menschen, Orte und Geschehnisse. Er thematisiert in der Bildserie “Hell is red” zum Beispiel nicht nur die schlechten Arbeitsbedingungen der Ziegelindustrie in Bangladesh und die verbauten Chancen von Kindern, sondern zeigt uns dabei, dass die Schwere, die auf ihren Rücken lastet, sie nicht am Sinn des Lebens zweifeln lässt – um nur eine Facette seiner Arbeit vorzustellen.

Auch auf die Philippinen ist er gereist und konnte eine sich eigens entwickelte extreme Praktizierung voller Ritualen des Katholizismus dokumentieren, die selbst in dieser Art der Auslebung von den Spaniern schon längst verabschiedet wurde. Doch auch die grässliche Wahrheit, die sich in schattigen Flächen der mit leuchtend großen Werbeplakaten auf den Wolkenkratzern verbirgt und uns Touristen der westlichen Kultur ferngehalten wird, hat Miguel während seinem Aufenthalt in Hong-Kong abgelichtet. Die Lebensumstände der “Cage-men” im Distrikt Thai Kok Tsui wären für uns unvorstellbar. Weil der Lohn in eines der reichsten Ländern der Welt noch immer zu niedrig ist, leben mehr als hunderttausende Menschen in drei Quadrameter kleinen Zellen, statt in humanen geschützten Gebäuden.

Die Bilder zeigen uns Menschen, voller Emotionen, in Extremsituationen, die sie, so sonderbar sie uns doch in der westlichen Welt erscheinen, zu der Normalität ihres Lebens zählen. Weder wird die dargestellte Wahrheit in den Fotografien Candelas beschönigt, noch wird sie verharmlost. Wir sehen Menschen in ihren Ritualen, im Bann ihrer Kultur, in konstanter Armut. Doch in all dem Drama des Lebens, wie Candela selbst sein Werk bezeichnet, gibt es einen Hoffnungsschimmer, denn wir finden Vertrauen und Solidarität, Liebe und Zuneigung, und dazwischen das schönste von Allem: ein Lächeln.

All images © Miguel Candela | Via: Photodonuts

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