Der mythologischen Überlieferung nach ist Leviathan, der sich windende, ein Ungeheuer aus den tiefsten Schluchten des Meeres, von Gestalt zugleich Drache, Wal und Schlange. Ob im biblischen Gleichnis oder in den vielen Mythen die sich um seine Existenz ranken, immer sind es seine Unbezwingbarkeit durch den Menschen und seine enorme Gestalt, die ihn auszeichnen.
Der weltweit renommierte Künstler Anish Kapoor, 1954 in Bombay geboren, hat Leviathan nun zum monumentalen Objekt seiner letzten Ausstellung im Grand Palais in Paris gemacht. Monumenta heißt auch das Projekt, zu dem der Grand Palais jedes Jahr einen internationalen Künstler einlädt um die 13,500 m² des 35 Meter hohen Glasbaus zu bespielen. Auf den ersten Blick wirkt Kapoor’s Leviathan gigantisch und massiv, seine gesamte Gestalt ist kaum zu fassen. Erst bei genauerer Betrachtung erschließt sich der Körper als vierarmiger Ballon, der sich nach allen Seiten in die Räumlichkeiten des Grand Palais erstreckt, ja sich buchstäblich windet. Von außen mutet er düster und bedrohlich an, umso fantastischer gestaltet sich eine Reise in das Innere des Ungeheuers. Einmal verschluckt, befindet man sich in einer organisch anmutenden Welt, die den Besucher durch ein Lichtspiel von Rottönen einfängt und ihn wie eine Käseglocke von Geräuschen der Außenwelt abschirmt.
“A single object, a single form, a single colour. My ambition is to create a space within a space that responds to the height and luminosity of the Nave at the Grand Palais. Visitors will be invited to walk inside the work, to immerse themselves in colour, and it will, I hope, be a contemplative and poetic experience”, sagt der Künstler selbst über sein Werk.
Fast 20 Jahre lange hat Kapoor an der Idee seines Leviathans gearbeitet und ihn nun, nach Fertigstellung, dem chinesischen Künstler Ai Weiwei gewidmet, der sich nach wie vor mit unbekanntem Aufenthaltsort in chinesischer Staatsgewalt befindet. Ihm sei die Unbezwingbarkeit Leviathans von ganzem Herzen zu wünschen.









All images by Didier Plowy | © Monumenta 2011 & French Ministry for Culture and Communication







14. Jun 2011 · 11:01 Uhr
Warst du dort?
14. Jun 2011 · 11:07 Uhr
@Matthias: Meinst du mit "du" die Autorin Anneli oder mich?
14. Jun 2011 · 11:08 Uhr
Unfassbar gut, das würde ich gern live sehen! Wahnsinn, so groß, so mächtig, so imposant.
14. Jun 2011 · 11:28 Uhr
@Clemens: Anneli meine ich.
14. Jun 2011 · 12:13 Uhr
Jaaaa.
14. Jun 2011 · 14:37 Uhr
Wirklich beeindruckend!
14. Jun 2011 · 14:49 Uhr
wow wirklich sehr beeindruckend....hätte ich mir auch gern live angeschaut!
15. Jun 2011 · 19:20 Uhr
kleiner Hinweis am Rande: doppelt monumental wird es sicher am 21. Juni wenn Richie Hawtin vor der Skupltur performen wird.
20. Nov 2011 · 13:36 Uhr
Wer ist Richie Hawtin?Der heißt Steven Hawking, in Fachkreisen auch Mr. Universe oder Steven "The Fazer" Hawking genannt. Boah, alles muss man selbst klargestellen!das Internet ist echt voll mit Halbwissen. Könnt mich da voll aufregen......