Ein Mensch steht in Flammen und rennt über eine Straße auf der die Fahrzeuge unberührt weiterfahren. Ein Penner robbt über den Bordstein, seine Beine wirken wie gelähmt, die Passanten schauen nur verwundert oder ziehen vollkommen unbekümmert vorbei. Die Szenerie wirkt irgendwie surreal und doch möglich. Das in L.A., der Stadt des Films und des Schauspiels, Schein und Sein nah beieinander liegen ist kein Geheimnis. Wie sehr Realität und inszenierte Wirklichkeit sich jedoch gleichen, zeigt der in Berlin lebende Fotograf Mirko Martin in seiner Studie “L.A. Crash”. Über Jahre hinweg hat sich Martin in Los Angeles mit seiner Kamera auf die Straße begeben um die Filmsets der Hollywood Industrie, aber genauso auch alltägliche Situationen zu dokumentieren. Die Grenzen verlaufen überraschend fließend.
“Wie wohl bei allen Fotografen ist die Fotografie auch bei mir ein Mittel, um mit der Welt in Kontakt zu treten, genau hinzusehen und mich zu Dingen die mich interessieren verhalten zu können, um mir also eine Rolle zu erarbeiten, die es mir auch erlaubt, mich in Milieus zu begeben, in der spezielle Verhaltensregeln existieren.”
Das genaue Hinsehen ist es auch, was jedes Bild zu einer Überraschung macht. Erst sehen wir die Großaufnahme, dann einen vergrößerten Ausschnitt des Bildes und plötzlich stoßen wir auf Details, die zuerst im Verborgenen lagen. Details, die erschrecken, irritieren, belustigen, erklären und verschärfen. Was ist nun Staffage, was das reale Leben?
L.A. Crash, eine großartige Reihe über Zusammenstöße – von Autos, von Kulturen, von Armut und Reichtum, Sinn und Irrsinn, von dem was wir sehen wollen und dem was wir sehen können.















All images © Mirko Martin








25. May 2011 · 22:33 Uhr
Als ich die ersten beiden Bilder gesehen habe, musste ich direkt an die "Animales" Kampagne von Wrangler denken. Nichts desto trotz, geniale Aufnahmen. Ich denke es wurden alle Klischees von L.A. getroffen. Wobei... Wo sind die Reichen?! Der Schwarze sieht zwar schon halb aus wie ein Snob, jedoch nicht wie ein richtiger :)
26. May 2011 · 08:29 Uhr
Verwechselst du das vielleicht mit der "Stunt" Kampagne von Wrangler?!